Bericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 24.12.2025:
06.12.2025: Leserbrief in der Allgemeinen Zeitung
Leserbrief
Seit nunmehr 50 Jahren organisiert der Heimatverein Osterwick – getragen von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – rund um den 6. Dezember den traditionellen Nikolausumzug durch Osterwick.
Hunderte Kinder mit ihren Eltern nehmen Jahr für Jahr begeistert daran teil. Doch der diesjährige Umzug könnte in dieser Form der letzte gewesen sein. Die behördlichen Auflagen für eine Veranstaltung auf öffentlichen Straßen sind inzwischen so umfangreich, dass sie ehrenamtlich kaum noch zu erfüllen sind.
Wie immer wurde der Umzug etwa vier Wochen im Voraus bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld und der Gemeinde Rosendahl angemeldet. Überraschend erreichte den Heimatverein jedoch am 3. Dezember eine E-Mail der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Coesfeld: Ein fünfseitiger Antrag einschließlich einer Veranstaltererklärung müsse „umgehend“ eingereicht werden. Also wurde ausgefüllt, unterschrieben, gestempelt, gescannt und – zusammen mit der Versicherungsbestätigung – zurückgeschickt (Stichwort: Digitalisierung).
Am 5. Dezember um 11 Uhr, also wenige Stunden vor Beginn des Umzugs um 17.30 Uhr, traf dann endlich die Erlaubnis ein – verbunden mit 20 zusätzlichen Auflagen und einem Gebührenbescheid über 30€. Telefonische Rückfragen waren nicht mehr möglich: Es war Freitagnachmittag.
Viele der Auflagen sind natürlich sinnvoll und werden ohnehin seit Jahren erfüllt. Die Feuerwehr und die Polizei sichern den Zug ab, zahlreiche Ehrenamtliche mit Taschenlampen und Warnwesten begleiten ihn. Doch einige Detailforderungen zeigen, wie realitätsfern die Vorgaben sind. So sollen „alle Teilnehmenden vor Beginn ausdrücklich auf die Einhaltung der StVO hingewiesen“ werden. Wie soll das bei 300 bis 400 Personen kurzfristig gelingen – per Lautsprecheransage, per Handzettel? Unklar.
Ebenso absurd ist die Vorgabe, dass „nicht mehr als drei Personen nebeneinander gehen“ dürfen. Wer jemals an einem Nikolausumzug teilgenommen hat, weiß, dass dies praktisch nicht umsetzbar ist. Dies nur zwei Beispiele. Die gesamten Auflagen sind auf der Internetpräsenz des Heimatvereins einzusehen.
Zugleich wird an vielen Stellen darauf hingewiesen, dass der Veranstalter für sämtliche Schäden haftet – selbst wenn einzelne Auflagen im Gedränge des Umzugs kaum kontrollierbar sind.
Mit erheblichem Bauchweh wurde der Umzug dennoch durchgeführt: Ohne Zwischenfälle, mit großem Erfolg und mit vielen strahlenden Kinderaugen.
Ehrenamtliche investieren jedes Jahr viele Stunden in die Vorbereitung und Durchführung, und die strahlenden Kinderaugen sind Lohn genug. Nur wenn die Haftungsfrage für kaum realisierbare Auflagen nicht geklärt ist, wird der Nikolausumzug in seiner bisherigen Form nicht mehr möglich sein. Dann verschwindet ein weiteres Stück lebendigen Brauchtums – nicht aus mangelndem Engagement, sondern an bürokratischen Hürden.
Man darf gespannt sein, wie lange auch andere Traditionen, etwa das Osterfeuer, unter solchen Bedingungen noch Bestand haben können.
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Eine Ausarbeitung von Dr. Martin Lange zum Thema:
"Sepulkralkultur in Osterwick: Grabplatten in der katholischen Pfarrkirche Ss. Fabian und Sebastian"
wurde dem Heimatarchiv hinzugefügt.
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Osterfeuer am Kruse Baimken
Osterwick. Das gute Wetter locke am Ostersonntag wieder viele Besucher zum dem vom Heimatverein veranstalteten Osterfeuer am Kruse Baimken. Pünktlich um 20 Uhr entzündete Pastor Holtmann den am Vortag von der Landjugend aufgeschichteten, gewaltigen Holzberg. In einem Fackelumzug wurde zuvor das Licht der Osterkerze von der Kirche zum Osterfeuer gebracht. Die freiwillige Feuerwehr kümmerte sich anschließend auch um die Verpflegung der Gäste und übernahm die Nachtwache.
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Die Rubrik "Heimatarchiv" wird aktuell um interessante Dokumente und Fotos erweitert. Bitte schauen Sie
doch regelmäßig vorbei. Es lohnt sich...
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